1. Home
  2. /
  3. Harting
  4. /
  5. Harting stärkt Einsatz von...
Klimaneutrale Produktion

Harting stärkt Einsatz von Wasserstoff-Technologie

29.06.2026
von Nicole Steinicke

Harting hat eine neue Brennstoffzellenanlage in Espelkamp in Betrieb genommen. Die Pilotanlage des bayerischen Herstellers Reverion ergänzt die bestehenden Biogas- und Photovoltaikanlagen. Zunächst wird die Anlage das lokal produzierte Biogas direkt in Strom umwandeln und so die Energieversorgung des Standorts noch effizienter machen.

„Die Anlage ergänzt unser Energiemanagement perfekt“, so Philip Harting, CEO der Harting Technologiegruppe. „Sie ist nicht nur ein weiterer Baustein der klimaneutralen Produktion. Sie ermöglicht uns auch die nachhaltige und widerstandsfähige Energieversorgung bei Engpässen oder bei Verbrauchsspitzen.“

Künftig soll die Brennstoffzellenanlage die erzeugte regenerative Energie auch in Form von grünem Wasserstoff zwischenspeichern und ihn bedarfsgerecht wieder in nutzbare Energie umwandeln. Der besondere Vorteil der Reverion‑Technologie liegt im außergewöhnlich hohen Wirkungsgrad über den gesamten Energiekreislauf. Während viele konventionelle Lösungen mit getrenntem Elektrolyseur, Gasspeicher und Rückverstromung nur 40 bis 50 Prozent der eingesetzten Energie zurückgewinnen, erreicht Reverion bei der Rückverstromung von Wasserstoff einen deutlich höheren elektrischen Wirkungsgrad.

Zuverlässige Schnittstellen: Harting Steckverbinder ermöglichen flexible und robuste Verbindungen zwischen den Systemkomponenten

Der sogenannte Round‑Trip‑Wirkungsgrad – also der Weg von Strom zu Wasserstoff und zurück zu Strom – liegt bei bis zu 75 Prozent. Ein zusätzlicher Clou: Energie, die nicht in Strom umgewandelt wird, kann als Prozesswärme in der Biogasanlage genutzt werden, um die Vergärung aufrecht zu halten. Möglich wird dies durch die reversible Hochtemperatur‑Technologie, den Verzicht auf Verbrennung sowie die Integration aller Umwandlungsschritte in einer einzigen Anlage, wodurch Energieverluste deutlich reduziert werden.

Ideal integrierfähig

Sven Oßenbrink, Vice President Corporate-Real-Estate-Management & Facility Management bei Harting, unterstreicht: „Die Reverion‑Anlage ist ideal in unsere bestehende Infrastruktur eingebunden und lässt sich über definierte Schnittstellen in das Energie‑ und Lastmanagement integrieren. Gerade diese Transparenz und Steuerbarkeit – von der Stromaufnahme bis zur Rückspeisung – ist für den sicheren Betrieb und die Weiterentwicklung unseres Energiesystems von zentraler Bedeutung.“

In der aktuellen Ausbaustufe testet Harting unterschiedliche Systemkonfigurationen, um die geeignete Speichergröße und Anwendung für eine spätere Skalierung zu definieren. Technisch ist die Anlage auf eine Stromaufnahme von bis zu 250 kW im Elektrolysebetrieb sowie eine Rückverstromung von bis zu 100 Kilowatt im Brennstoffzellenbetrieb ausgelegt. Aktuell deckt sie rund 3 Prozent des Energiebedarfs am Standort Espelkamp ab und ergänzt damit die bestehende Energieinfrastruktur. Der erzeugte Strom wird in der Produktion und der Verwaltung der Werke 2, 3a, 3b und 7 eingesetzt.

Bei der Absicherung von Engpässen oder Lastspitzen spielt die Anlage derzeit noch eine untergeordnete Rolle. Perspektivisch eröffnet die Technologie jedoch – insbesondere bei einer Hochskalierung – neue Möglichkeiten für ein flexibles und ausfallsicheres Lastmanagement.

Harting Technologie im Einsatz

In der Reverion-Anlage kommen Harting Steckverbinder aus dem Han Portfolio zum Einsatz – konkret Han HPR‑Gehäuse sowie Han-Modular Einsätze. Sie ermöglichen leistungsstarke, robuste und zugleich flexible Schnittstellen für Signale, Daten und Leistung an der Anlage. Dank des modularen Aufbaus lassen sich unterschiedliche Übertragungsmedien in einem Steckverbinder kombinieren und sicher integrieren. So wird das Zusammenspiel aller Systeme zuverlässig sichergestellt.

„Das Projekt zeigt, dass unsere reversible Technologie nicht nur hohe Wirkungsgrade erreicht, sondern auch praxisnah und zuverlässig in bestehende industrielle Infrastrukturen integrierbar ist“, sagt Maximilian Schmitt, Head of Sales & Marketing bei Reverion.

„Wir freuen uns sehr, dass Harting von unserer Technologie überzeugt ist und sie im eigenen Energiesystem einsetzt“, sagt Maximilian Schmitt, Head of Sales & Marketing bei Reverion. „Das Projekt in Espelkamp zeigt, dass unsere reversible Technologie nicht nur hohe Wirkungsgrade erreicht, sondern auch praxisnah und zuverlässig in bestehende industrielle Infrastrukturen integrierbar ist. Die Zusammenarbeit mit Harting ist für uns ein starkes Referenzprojekt und ein wichtiger Impuls für die weitere Skalierung unserer Technologie.“

Text-/Bildquelle: Harting

Jetzt Newsletter abonnieren

Technologische Innovationen und Branchentrends aus allen Teilbereichen der Fluidtechnik –
Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Hier registrieren

Weitere Artikel

Schaeffler weitet strukturelle Maßnahmen weiter aus
Schaeffler weitet strukturelle Maßnahmen weiter aus

Der Vorstand der Schaeffler AG hat eine Ausweitung des Angebots zur Altersteilzeit in Deutschland beschlossen. Damit reagiert Schaeffler auf das hohe Interesse seitens der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und unternimmt einen weiteren Schritt, um langfristig die Kostenstrukturen an deutschen Standorten zu senken und die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens insgesamt zu steigern.

KI, Spectral Imaging und neue Märkte
KI, Spectral Imaging und neue Märkte

Die internationale Bildverarbeitungsbranche trifft sich im Oktober auf der VISION in Stuttgart. Im Fokus: KI, Deep Learning und Spectral Imaging sowie  praxisnahe Anwendungen. Im Interview spricht VISION-Projektleiter Florian Niethammer über die wichtigsten Trends und warum sich ein Messebesuch gerade jetzt lohnt.

Die Zukunft der Industrieautomatisierung
Die Zukunft der Industrieautomatisierung

Am 30. September 2026 findet das Tech-Festival hub:disrupt auf dem Ostra Gelände in Dresden statt. Dazu bringt Smart Systems Hub über 600 Teilnehmer aus Produktion und HighTech zusammen, um gemeinsam die Weichen für die Automatisierung und Digitalisierung von morgen zu stellen. Es gilt als eines der größten Co-Innovation Center für Industrieautomatisierung in Europa.

Conrad definiert Online-Shopping neu
Conrad definiert Online-Shopping neu

Die Conrad Gruppe hat mit dem KI-Assistenten KAI einen Platz unter den Top-5-Finalisten des K5 Commerce Award 2026 erreicht. Der für den Onlineshop voelkner.de entwickelte Chatbot unterstützt Kunden bei der Suche nach der passenden Lösung und steht für den praxisnahen Einsatz von Künstlicher Intelligenz im E-Commerce.

You have Successfully Subscribed!

You have Successfully Subscribed!