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Interview mit Karl Schnaithmann über die Zukunft der Automation

Interview mit Karl Schnaithmann über die Zukunft der Automation

Interview mit Karl Schnaithmann über die Zukunft der Automation

Karl Schnaithmann, Geschäftsführer von Schnaithmann Maschinenbau in Remshalden, spricht über die Trends im Maschinenbau für Automatisierungsanlagen und Industrie 4.0.

Karl Schnaithmann, Geschäftsführer von Schnaithmann Maschinenbau.

Was ist der Trend in der Branche für Montage- und Automationsanlagen?
Als Systemlieferant für Automatisierungstechnik steht Schnaithmann seit 1985 in sehr enger Kooperation mit seinen Kunden. Unter dem Leitsatz „Partner der Besten“ vertrauen namhafte Unternehmen der Branche auf uns und unsere Leistungen, somit sind Trends und Branchentendenzen unsere tägliche Aufgabe und mehr als eine Herausforderung.

Die Globalisierung und der demografische Wandel haben einen hohen Einfluss auf die industrielle Produktion und Montage in Deutschland. Wir bemerken bei unseren Kundenanforderungen den Trend „Weg von der Serie – hin zu hoher Variantenvielfalt“. Dadurch steigt der Anteil der Kleinserien mit geringen Stückzahlen stark an.

Viele unserer Lösungen bieten deshalb einen hohen Automationsanteil mit sehr hoher Flexibilität. Zum einen ist es die modulare Bauweise, die investitionssichere Maschinenlösungen ermöglicht – je nach Anforderung können Fertigungsstraßen zu einem beliebigen Zeitpunkt ergänzt oder verändert werden. Und zum anderen ist es das Zusammenspiel Mensch-Maschine, das für uns auch ein weiteres spannendes Thema in Zukunft sein wird.

Einen weiteren Trend haben wir gemeinsam mit der Beschützenden Werkstätte Heilbronn, einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung, und der Hochschule FHTE Esslingen in einem Montage-Assistenzsystem umgesetzt. Die Aufgabe war, älteren oder leistungsgeminderten Menschen einen prozesssicheren Arbeitsplatz zu bieten. Ziele waren die Reduzierung der Einarbeitungszeit aufgrund unterschiedlichen Leistungsniveaus, der Erhalt von Arbeitsfähigkeit und -motivation sowie die Minimierung der Fehleranfälligkeit. Kurzum, die Mitarbeiter sollen aufgrund sozialer und wirtschaftlicher Gesichtspunkte wieder in das Arbeitsleben integriert werden.

Wie beeinflussen zunehmende Digitalisierung und Industrie 4.0 die Branche?
Bei Schnaithmann sind Digitalisierung und die Verzahnung der Prozesse seit Langem gängige Praxis. Wir sind mit Industrie-4.0-Lösungen bereits auf dem Weg zur intelligenten und flexiblen Produktion. Unsere Aufgabe ist es, dass Menschen, Maschinen und Produkte direkt miteinander kommunizieren und kooperieren.

Darüber hinaus bedeutet Industrie 4.0 für uns, dass wir Prozesse zeitnah greifbar und sichtbar machen können, egal an welchem Ort der Welt wir gerade sind und egal wo sich etwas abspielt. Die ständige Verfügbarkeit aller wichtigen Prozessinformationen wird auf diese Weise zum elementaren Wettbewerbsvorteil für unsere Partner und Kunden.

 

Die Kooperation von Mensch und intelligentem System ist in den Anlagen von Schnaithmann bereits gelebte Praxis.

Welche Themen sind derzeit bei Schnaithmann aktuell?
Stillstand bedeutet für uns Rückschritt, deshalb arbeiten wir an modularen Lösungen, die unseren Kunden ein hohes Maß an Flexibilität bieten – und sich bestens in Lean-Management-Prozesse integrieren lassen. Ein Schwerpunkt werden auch weitere Mensch-Roboter-Schnittstellenlösungen sein, die wir für unsere Kunden kontinuierlich entwickeln.

Unter dem Leitsatz „Wir sind da, wo unsere Kunden uns brauchen“ möchten wir auch unsere internationale Serviceorientierung weiter ausbauen. Zahlreiche Kooperationen sind hier bereits vorhanden, doch der demografische Wandel verlangt nach weiteren adäquaten Servicelösungen. Auch Themen wie „Low-Cost-Automation“, „Schnellrüsten und wertstromorientierte Anlagenbau-Gesamtlösungen“ oder die Einführung von „Verfahren zur Selbstoptimierung und Vernetzung im Anlagenbau“ sind durchaus wichtige Weiterentwicklungsschritte.

Eine Herzensangelegenheit bleibt die Fortsetzung und Weiterentwicklung von Assistenzsystemen für ältere und leistungsgeminderte Mitarbeiter, denn als verantwortungsvolles, soziales Unternehmen sehen wir weit mehr als wirtschaftliches Streben, sondern denken in erster Linie an den Menschen, der hinter aller Arbeit steht. Dies verfolge ich intern bei meinen Mitarbeitern sowie auch bei vielen sozialen Projekten, die wir gerne und von ganzem Herzen unterstützen. Denn es braucht in erster Linie den Menschen, um auch künftig „Partner der Besten“ zu bleiben.


www.schnaithmann.de

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Veröffentlicht von

Alexandra Pisek

Von Mensch zu Mensch oder zwischen Mensch und Maschine – Kommunikation ist vielfältig und das fasziniert mich bei meiner täglichen Arbeit.

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