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Raspberry Pi – Zukunftsmodell in der Bildverarbeitung?

Raspberry Pi – Zukunftsmodell in der Bildverarbeitung?

Ein Computer, so groß wie eine Kreditkarte, erobert seit seiner Einführung im Jahr 2012 die Welt: Der Raspberry Pi. Er sollte ursprünglich Kindern und Jugendlichen wieder Lust aufs Tüfteln machen, stieß aber wegen seiner Einfachheit auch schnell bei Computerfreaks auf riesiges Interesse. Aber eignet sich der Einplatinencomputer auch für Aufgaben in der Industrie? Ob der Raspi, wie er liebevoll genannt wird, auch ein Zukunftsmodell für die industrielle Bildverarbeitung ist, wollten wir von vier Experten wissen. Und hier gehen die Meinungen durchaus auseinander – aber lesen Sie selbst.

 

“Wir sind gespannt auf die nächste Generation”

https://www.industrielle-automation.net/erstes-cvb-user-meeting-von-stemmer-imaging/Der Raspberry Pi hat 2012 Einplatinencomputer einem breiten Nutzerkreis zugänglich gemacht. Zusammen mit passender Open-Source-Software und einer aktiven Community, ermöglicht er die Entwicklung von kostengünstigen und kompakten Anwendungen und erleichtert das Prototyping, wo die Bildrate keine große Rolle spielt. Mit dem Raspberry Pi 3, den Baumer seit 2016 unterstützt, steht nun auch Leistung für Bildbearbeitungsaufgaben zur Verfügung. Projekte wie Google AIY zeigen eindrucksvoll, wie spielerisch der Einstieg in Computer Vision und Artificial Intelligence (AI) damit sein kann. Für die industrielle Bildverarbeitung sind es eher die großen Brüder des Raspberry Pi, die für Embedded Vision eingesetzt werden. Baumer baut den Support für Einplatinenrechner stetig weiter aus und unterstützt auch Boards mit schnellen USB 3.0 und GigE Schnittstellen sowie leistungsfähigen GPU’s, um anspruchsvollere, integrierte Machine Vision Anwendungen zu ermöglichen. Wir warten gespannt auf die nächste Generation.

Peter Felber, Produktmanager im Vision Competence Center, Baumer Optronic GmbH, Radeberg

 

“Der Raspberry Pi ist nicht mehr wegzudenken”

https://www.industrielle-automation.net/erstes-cvb-user-meeting-von-stemmer-imaging/Als kostengünstige Experimentierplattform für Schulen entworfen, punktet der Raspberry Pi mit den richtigen Argumenten, um auch in der industriellen Bildverarbeitung Einsatz zu finden. Mit Debian-basiertem Betriebssystem und ARM Multicore-CPU ist der Kleinstrechner ein vollwertiger Linux Standard-PC mit Embedded-Eigenschaften: klein, kostengünstig, vielseitig, stromsparend. Die selbstverständliche Verfügbarkeit von proprietären und standardisierten Industriekamera-Treibern sowie Bildverarbeitungs-Bibliotheken wie Halcon oder OpenCV machen ihn zur ersten Wahl im Prototypenbau. Durch ausgereifte Software und Hardware mit Langzeitverfügbarkeit ist er auch als Lösungsplattform einsetzbar. Die große Open Source Community als Knowledge Base schafft die einfache Verfügbarkeit von alternativen Lösungsansätzen für komplexe Thematiken aus Automation, Machine Vision und KI. Damit ist der Raspberry Pi bereits Gegenwart in der Bildverarbeitung und nicht mehr wegzudenken in der Zukunft.

Heiko Seitz, Technischer Redakteur, IDS Imaging Development Systems GmbH, Obersulm

 

“Deep Learning für zukunftssichere Bildverarbeitung”

https://www.industrielle-automation.net/erstes-cvb-user-meeting-von-stemmer-imaging/Der Raspberry Pi ist ein Zukunftsmodell für die industrielle Bildverarbeitung, weil er genügend Rechenleistung besitzt und ausreichend Schnittstellen um diverse Hardware damit zur Anwendung zu bringen. Zusätzlich sind die Außenmaße der Plattform, der immer schnellere Prozessor sowie Speicher Vorteile, um eine zukunftssichere Bildverarbeitung durchzuführen. Zudem sind alle Raspberry Pi-Versionen kompatibel und Prüfprogramme laufen durchgehend auf allen Versionen. Mit MultiCore Prozessoren lässt sich auch parallel Profinet ausführen, was dadurch die Integration in eine Siemens PLC ermöglicht. EyeVisions neues Parallel Processing erlaubt es auch auf einem Raspi mehrere unterschiedliche Kameras mit nur einer EyeVision-Software laufen zu lassen. Die onboard GPU ist darüber hinaus bereits fähig, Deep Learning zu unterstützen und somit eine zukunftsträchtige Fassette der Lösungen.

Michael Beising, Geschäftsführer, EVT Eye Vision Technology GmbH , Karlsruhe

 

“Geniale Erfindung, aber noch nicht für die Bildverarbeitung”

https://www.industrielle-automation.net/erstes-cvb-user-meeting-von-stemmer-imaging/Der Raspberry PI ist neben PC und Mac seit 2012 der meistverkaufte Mini-Computer der Welt. Weit mehr als 10 Mio Stück sollen bereits verkauft worden sein. Neben dem Preis ist vor allem die riesige innovative Community sehr bemerkenswert. Der Raspberry PI bietet breite Einsatzmöglichkeiten in vielen Bereichen der Technik. Ich persönlich halte die Idee für genial und glaube, dass es damit möglich wird, die allgemein rückläufigen Bewerberzahlen für Technik- und Computerwissenschaften wieder anzuheben – viele innovative Herausforderungen lassen sich damit zu geringen Kosten verwirklichen. Der aktuelle Prozessor ARM Cortex-a53 des Raspberry PI ist für Aufgaben der Bildverarbeitung prinzipiell denkbar, aber doch recht leistungsschwach. So ist z.B. die Netzwerkanbindung für unsere Ansprüche recht langsam. Die aktuell zur Verfügung stehenden Kamerasensoren sind nicht für getriggerte Bildaufnahmen geeignet, das Sensorinterface ist nur mit großem Aufwand anzusteuern. Robuste, industrietaugliche 24-V-Schnittstellen, optoentkoppelt sind nicht vorhanden. Auch ein Raspberry PI in der Bauform “Compute Model”, d.h. als Einsteck-Computer für ein Base-Board ist keine Option. Es wäre damit denkbar, die Schnittstellen sinnvoll zu erweitern. Kritisch sehen wir hier aber die Langzeitverfügbarkeit. Zudem glauben wir, dass sich der Vorteil des geringen Preises durch die vielen zusätzlich notwendigen Baugruppen relativiert. Vision & Control verfolgt darüber hinaus ein einheitliches durchgehendes Bedienkonzept – von der Smart-Camera bis zum Industrie-PC. Jedes unserer Computer-Systeme muss daher auch für komplexe Anwendung geeignet sein. Unsere umfangreichen und mehrfach erprobten Softwarebibliotheken auf den Raspberry PI zu implementieren wäre sehr schwierig und käme einer Neuentwicklung gleich.

Dr. Jürgen Geffe, Geschäftsführer, Vision & Control GmbH, Suhl

 

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  EVT

  Vision & Control

  Bildquelle: Aufmacher (Fotolia und Raspberry Pi Foundation)

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Veröffentlicht von

Redaktion INDUSTRIELLE-AUTOMATION

INDUSTRIELLE AUTOMATION fokussiert die technischen Lösungen, die einen Wettbewerbsvorteil versprechen, und die Strategien, die in der Branche aktuell diskutiert werden. INDUSTRIELLE AUTOMATION vernetzt nicht nur Technik, sondern auch Menschen und Unternehmen – und begeistert seine Leser für eine Automation mit intelligenten Systemen in einer digitalen Welt.

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