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Trendbericht zur elektrotechnik 2017

Trendbericht zur elektrotechnik 2017

Trendbericht zur elektrotechnik 2017

Marktentwicklung

Die deutsche Elektrobranche zeigte sich in 2016 stabil. In den ersten neun Monaten des Jahres kam der Umsatz der Elektroindustrie auf 131,7 Mrd. EUR und lag damit um 1,1 % höher als 2015. Inlands- und Auslandserlöse erhöhten sich dabei um 1,7 bzw. 0,6 % auf 64,0 und 67,7 Mrd. EUR. Der Umsatz mit Kunden im Euroraum fiel mit 24,7 Mrd. EUR um 0,4 % geringer und der mit Drittländern (43,0 Mrd. EUR) um 1,2 % höher aus als im Vorjahr. Für 2016 und 2017 erwartet der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e. V. (ZVEI) jeweils ein Wachstum von 2 %, vor allem getragen vom Zuwachs in den Schwellenländern.

Laut Prognosen des ZVEI wächst der Bereich Automation innerhalb der Elektro- und Elektronikindustrie in 2016 und 2017 verhalten mit jeweils 3 %. In den drei Teilbereichen der Automation wird für die beiden Jahre global folgende Entwicklung erwartet: Für die elektrischen Antriebe geht die Prognose von einem Anstieg von 3 bzw. 4 % aus. Die Schaltgeräte, Schaltanlagen, Industriesteuerungen könnten um jeweils 3 % wachsen. Nach einem Anstieg in 2016 um 4 % wird für die Messtechnik und Prozessautomatisierung für 2017 eine Erhöhung um 3 % prognostiziert. Zulegen dürfte auch der globale Markt für Energietechnik – mit jeweils 3 % pro Jahr. Für die Sektoren Informations- (1 bzw. 3 %) und Kommunikationstechnik (3 und 4 %) sowie elektronische Bauelemente (3 bzw. 4 %) wird in beiden Jahren ebenfalls ein Plus erwartet.

Auch das Elektrohandwerk steht insgesamt gut da. Die bundesweit rund 56.000 in die Handwerksrolle eingetragenen Betriebe der Elektrotechniker-, Elektromaschinenbauer- und Informationstechniker-Handwerke haben in 2015 mit rund 476.000 Mitarbeitern einen Gesamtumsatz in Höhe von circa 53,1 Mrd. EUR erwirtschaftet. Die Betriebe aus NRW repräsentieren mit 10.336 Unternehmen bundesweit 18,4 % der Betriebe und mit ca. 13,33 Mrd. EUR insgesamt 25,1 % des Umsatzes der E-Handwerksbranche in Deutschland. Der Umsatz im Elektrotechnikerhandwerk hat sich in NRW im Vergleich der zweiten Vierteljahre 2015 und 2016 um 6,6 Punkte erhöht. Markttreiber sind vor allem die Bereiche Digitalisierung und Smart Home, Energiewende und Elektromobilität.

elektrotechnik 2017

Quelle: Westfalenhallen GmbH / Foto: Anja Cord

Trendbereich Industrie

Stark individualisierte Produkte, Fertigung ab Losgröße eins, autonome Fertigung, cyber-physische Systeme und vernetzte Logistikprozesse sind nur einige der Themen, die die deutsche Industrie in den kommenden Jahren grundlegend verändern werden. In der Industrie-4.0-Welt findet von der Produktentwicklung bis hin zum Service über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg eine Kommunikation zwischen Maschinen, Dienstleistern, Werkstücken und Anwendern statt. Die digitale Transformation hat inzwischen auch den Mittelstand erreicht. Auch kleine und mittlere Unternehmen (KMU) müssen sich mit Themen wie Industrie 4.0, Cloud-Computing und digitaler Vernetzung auseinandersetzen.

Industrie 4.0

Der Begriff Industrie 4.0 bezeichnet die Verbindung der digitalen Welt des Internets mit den konventionellen Prozessen und Diensten der produzierenden Wirtschaft. Es handelt sich dabei um die horizontale und vertikale Vernetzung entlang der Wertschöpfungskette mit Verlagerung der Steuerung von oben nach unten. Das Internet der Dinge hat in den letzten Jahren einen hohen technologischen Reifegrad erreicht und treibt wichtige Entwicklungen in vielen Anwenderbranchen voran. Diese Digitalisierung im Produktionssektor wird als vierte industrielle Revolution verstanden. In diesem Kontext definierte die Plattform Industrie 4.0 den Begriff als eine neue Stufe der Organisation und Steuerung der gesamten Wertschöpfungskette über den Lebenszyklus von Produkten. Diese Veränderung in Unternehmen führt dazu, dass Produktionsprozesse und -abläufe durch eine erhöhte Transparenz sowohl flexibilisiert als auch optimiert werden können. Auf diese Weise können Maschinenauslastung verbessert und kundenindividuelle Produktkombinationen mit Hilfe von cyber-physischen Systemen (CPS) umgesetzt werden.

Auf dem Weg zu Smart Factory gibt es noch einiges zu tun: 2015 wiesen in einer Studie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie gerade einmal 22 % der befragten Unternehmen einen hohen Digitalisierungsgrad ihrer vertikalen und horizontalen Wertschöpfungsketten auf. Bis 2020 soll sich dieser Anteil auf ca. 83 % vervierfachen. Prinzipiell vereinfacht die zunehmende Digitalisierung das Auslagern vieler Geschäftsprozesse entlang der Wertschöpfungsketten. Schätzungen des volkswirtschaftlichen Potenzials von Industrie 4.0 für Deutschland gehen von einem Wachstumspotenzial in Höhe von ca. 153,5 Mrd. EUR bis 2020 aus.

Die Analyse der zentralen Motivationen bei der Umsetzung von Industrie 4.0 auf Unternehmensebene zeigt, dass die Steigerung der Produktivität, des Umsatzes, der Produktionsflexibilität bei gleichzeitiger Kostensenkung, die wichtigsten gemeinsamen Treiber über alle Unternehmensgrößen hinweg sind. Differenziert betrachtet spielen für KMU die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle und Services sowie eine erhöhte Kundenbindung/-zufriedenheit eine größere Rolle als für Großunternehmen. Die thematische Komplexität, hohe Investitionskosten sowie Sicherheitsbedenken lassen viele Unternehmen zögern, Industrie-4.0-Lösungen umzusetzen. Aspekte wie verfügbare Ressourcen, ausreichende Qualifikation, klare Nutzentransparenz und Umgang mit veralteten Anlagen stellen KMUs vor größere Herausforderungen als Großunternehmen.

Jetzt kommt es darauf an, dass aus den zahlreichen Forschungsprojekten von Wissenschaft und Industrie praktische Lösungen hervorgehen, die sich gewinnbringend und zu vertretbaren Kosten in die Betriebsabläufe von Unternehmen integrieren lassen. Erst wenn die neuen Technologien in die Praxis umgesetzt werden, wird das Schlagwort Industrie 4.0 wirklich zu der Revolution, die unsere heimische Industrie tiefgreifend und flächendeckend verändern wird.

Das Thema Industrie 4.0 auf der elektrotechnik 2017:
• 15. Februar Fachforum „Automatisierung für Industrie 4.0“ im Spannungsfeld „Automation & Effizienz“ in Halle 5
• Industrie 4.0 live erleben beim Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum „Digital in NRW“ in Halle 5, Stand D02

Instandhaltung 4.0 und Predictive Maintenance

Überwachung, Diagnose und Optimierung sind Kernherausforderungen im Betrieb technischer Systeme. Wertvolle Informationen zu Verschleißzuständen, Fehlerursachen und Optimierungspotenzialen sind in den Prozessdaten von Maschinen und Anlagen enthalten. Neue Methoden des maschinellen Lernens und der modellbasierten Anomalieerkennung können diese Informationen automatisiert extrahieren und für die weitere Nutzung aufbereiten. Die Verfahren unterstützen somit die Überwachung, Fehlerursachenanalyse und Optimierung von Maschinen und Anlagen und können für die vorrausschauende Instandhaltung eingesetzt werden.

Durch datenbasierte Services kann eine höhere Verfügbarkeit und Effizienz von Maschinen erreicht werden. Vorausschauende Wartung funktioniert jedoch nur, wenn entsprechende Daten zur Auswertung zur Verfügung stehen. Dabei reicht es nicht, nur von Big Data zu sprechen, das heißt möglichst große Datenmengen zu sammeln, sondern vielmehr sind Smart Data gefragt. Unternehmen stehen vor der Herausforderung, eine immer größer werdende Menge an Daten effizient einzusetzen.

Unter dem Begriff Smart Data werden die neuen Methoden und Herangehensweisen der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) zusammengefasst, die eingesetzt werden, um der immer größer werdenden Datenmengen Herr zu werden, sie zu analysieren und zu interpretieren. Der Markt für solche Lösungen verzeichnete in den letzten Jahren ein rasantes Wachstum, das sich in Zukunft fortsetzen wird: Studien sagen einen Anstieg des weltweiten Umsatzes von Smart-Data-Lösungen auf ein Volumen von über 50 Milliarden EUR für das Jahr 2017 voraus.

Das Thema Vorausschauende Wartung auf der elektrotechnik 2017:
• 16. Februar Fachforum „Predictive Maintenance und Instandhaltung 4.0“ im Spannungsfeld „Automation & Effizienz“ in Halle 5

Schaltschrankbau

Durch den stetig wachsenden Grad an Automatisierung nimmt die Bedeutung des Schaltschrankbaus schon seit geraumer Zeit zu. Schaltschrankbauer stehen vor der Herausforderung, immer komplexere Systemarchitekturen aufzubauen – und das bei minimalem Einbauraum und maximaler Energieeffizienz. Sie fungieren heute als Systemintegratoren und Bindeglied zwischen Elektrohandwerk und Industrie. Wichtige Themen in diesem Bereich sind unter anderem, wie sich die wachsende Anzahl an Elektronikgeräten und die dadurch entstehende Abwärme effektiv abführen bzw. managen lässt, um Verfügbarkeit und Produktivität in der Industrie zu steigern. Weitere Themenkomplexe sind, wie sich die Maschinenrichtlinie auf den Schaltschrankbau auswirkt oder was Energieverteilung 4.0 für die Kommunikationsschnittstellen von Schaltanlagen bedeutet.

Das Thema Schaltschrankbau auf der elektrotechnik 2017:
• 15. Februar im Fachforum „Trends & Technologien“ in Halle 4

Weitere technologische Trendthemen der Messe elektrotechnik sind die Bereiche Gebäudetechnik, Beleuchtung, Elektromobilität und Energiewende.


www.messe-elektrotechnik.de

Veröffentlicht von

Alexandra Pisek

Von Mensch zu Mensch oder zwischen Mensch und Maschine – Kommunikation ist vielfältig und das fasziniert mich bei meiner täglichen Arbeit.

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Bevorstehende Veranstaltungen

Dez
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Dez 11 – Dez 12 ganztägig
Roboter können den Menschen am Arbeitsplatz nicht ersetzen – aber unterstützen. Auf der 7. VDI-Fachtagung Industrielle Robotik, am 11. und 12. Dezember in Baden-Baden, erklären Experten, wie kollaborative Robotik den Produktionsprozess effizienter macht und warum[...]
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ganztägig all about automation hamburg @ Messehalle Hamburg-Schnelsen
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Die all about automation Messen sind regionale Plattformen für industrielle Automatisierungstechnik. Sie zeichnen sich durch ein Konzept aus, das Zeit für den Dialog ermöglicht und den Fokus auf das lösungsorientierte Fachgespräch legt. Hersteller, Systemintegratoren, Distributoren[...]
Mrz
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Di
ganztägig all about automation friedrichsh... @ Messe Friedrichshafen
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Mrz 12 – Mrz 13 ganztägig
Die all about automation Messen sind regionale Plattformen für industrielle Automatisierungstechnik. Sie zeichnen sich durch ein Konzept aus, das Zeit für den Dialog ermöglicht und den Fokus auf das lösungsorientierte Fachgespräch legt. Hersteller, Systemintegratoren, Distributoren[...]

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