AS-Interface steht seit Jahren für einfache und wirtschaftliche Installationslösungen. Gerade in Bezug auf ASi-5 entwickelt Bihl+Wiedemann das System konsequent weiter und eröffnet neue Möglichkeiten für Antriebstechnik, IO-Link Integration und IIoT. Im Interview mit Josef Alaaddin erfahren Sie, warum sich ASi-5 bereits in zahlreichen Anwendungen durchgesetzt hat und welche Chancen sich daraus für zukünftige Automatisierungslösungen ergeben.
Einfache Installation, robuste Technik und niedrige Maschinenkosten: AS-Interface gehört seit Jahren zu den effizientesten Lösungen für die Feldebene. Mit ASi-5 hat die Technologie einen weiteren großen Schritt gemacht und ermöglicht heute deutlich höhere Datenraten, kürzere Zykluszeiten und eine komfortable Integration moderner Geräte wie IO-Link Sensoren und Aktoren. Josef Alaaddin, stellvertretender Teamleiter Technischer Support bei Bihl+Wiedemann, verrät uns in einem Interview, warum sich ASi-5 bereits in zahlreichen Anwendungen durchgesetzt hat und welche Chancen sich daraus für zukünftige Automatisierungslösungen ergeben.

ASi-5/ASi-3 Feldbus Gateway – das Bindeglied zwischen der äußeren Feldbus- und IT-Welt und der datentechnischen Netzwerkstruktur einer Maschine – und ASi-5 Safety E/A Module von Bihl+Wiedemann.
Wie hat sich ASi-5 aus Sicht von Bihl+Wiedemann entwickelt?
Josef Alaaddin: ASi-5 und ASi-5 Safety haben sich im Markt flächendeckend etabliert. Dies beweisen u. a. die weit mehr als 250.000 ASi-5 Geräte von uns und anderen Herstellern, die bereits in Maschinen und Anlagen installiert sind. Die Technologie überzeugt dabei sowohl in reinen ASi-5 Applikationen wie als perfekte Ergänzung zu ASi-3. Und die Nachfrage insbesondere aus der Lager- und Fördertechnik, der Verpackungsautomatisierung und der Prozesstechnik bewegt sich weiterhin auf hohem Niveau. Dies liegt auch daran, dass mit ASi-5 in vielen Aufgabenstellungen aufwendige ethernetbasierte Lösungen vermieden oder ersetzt werden können. Und weil ASi-5 für uns ganz klar eine Erfolgsstory ist, entwickeln wir gerade auch einen ASi-5 Repeater, mit dem sich die mögliche Leitungslänge von ursprünglich 200 m zukünftig vervielfachen lässt.

Josef Alaaddin ist stellvertretender Teamleiter Technischer Support bei Bihl+Wiedemann.
Leitungslänge ist ein Thema – welche Vorteile bietet ASi-5 denn bei der Energieverteilung im Feld?
Josef Alaaddin: ASi-5 als Feldbus der unteren Automatisierungsebene macht die Energieverteilung, eine elementare Komponente der Technologie, sehr effizient und flexibel. Energie und Daten laufen über das bekannte gelbe 1,5 mm² Profilkabel, das für eine auf acht Ampère begrenzte Übertragungsleistung völlig ausreicht. Wenn aber, etwa für Antriebe oder Ventile, Bedarf für mehr Leistung besteht, kann dieser über ein zweites, schwarzes Profilkabel realisiert werden – mit einem Leitungsquerschnitt von 2,5 mm² sogar bis 20 A. Ebenfalls umgesetzt werden kann über das schwarze Profilkabel auch passive Sicherheit bis SIL3/PLe. Die Installation in Durchdringungstechnik ohne Stecker und weitere Module spart darüber hinaus nicht nur Verdrahtungsaufwand, Materialkosten und Montagezeit, sondern macht die Installation im Vergleich zu klassischen Feldbussen oder Punkt-zu-Punkt-Verbindungen auch viel schlanker und übersichtlicher. Da ein ASi-5 Strang bis zu 62 Teilnehmer versorgen kann, kann die Energieverteilung ohne zusätzliche Verkabelungen stufenweise angepasst werden.

Mit ASi-5 und ASi-5 Safety lassen sich jetzt – unabhängig von der in der Anlage verwendeten Steuerung – noch wesentlich mehr Applikationen passgenau lösen.
Was bedeuten die zusätzlichen Möglichkeiten von ASi-5 für die Konfiguration von ASi Netzwerken?
Josef Alaaddin: Grundsätzlich können, wie schon bei ASi-3, alle Netzwerke mit ASi-5 Komponenten über ein Handadressiergerät und den Master konfiguriert werden. Wie komplex die Konfiguration wird, hängt dabei ganz wesentlich von der Komplexität der angestrebten Automatisierungslösung ab. Da wir unsere Kunden dabei so gut wie möglich unterstützen möchten, bieten wir ihnen mit unseren Software-Suites eine Lösung, mit der sie ihre Konfiguration deutlich vereinfachen und beschleunigen können. Damit lassen sich z. B. IO-Link Devices komfortabel konfigurieren oder Frequenzumrichter parametrieren, und die Parameterdaten können danach auch einfach von Modul zu Modul und sogar von Projekt zu Projekt kopiert werden. Außerdem können Anwender per Drag and Drop ihre Projekte direkt aus dem integrierten Hardwarekatalog umsetzen und auch am Bildschirm testen. Aber wir haben nicht nur die Maschinenbauer im Blick, sondern auch deren Kunden, die Anlagenbetreiber, denn sie sind es ja, die die Maschinen am Ende optimal nutzen sollen. Dafür macht es aber Sinn, dass sie unsere Produkte und Lösungen besser kennen und verstehen. Und deshalb unterstützen wir von Bihl+Wiedemann die Anwender nicht erst mit technischem Support, wenn sie ihn aktuell benötigen sollten, sondern schon von Anfang an mit Informations- und Schulungsmaterialien. Dazu zählen nicht nur unsere Installationsempfehlungen, Best Practices und der Troubleshooting Guide sowie eine Vielzahl von Schulungsvideos zu allen möglichen Themen auf unserer Webseite, sondern seit kurzem auch unsere Bihl+Wiedemann Academy.
Stichwort Installation: Warum bietet eine Installation mit ASi-5 Gateways Vorteile hinsichtlich der Cybersicherheit gegenüber anderen ethernetbasierten Lösungen?
Josef Alaaddin: Bei ASi-5 ist das Gateway mit OPC UA das Bindeglied zwischen TCP/IP und der ASi Installation, es entkoppelt aber auch physisch die ethernetbasierten Schnittstellen und die Feldebene mit ASi. Durch diesen kommunikativen Bruch kann das ASi Netzwerk nicht zur Angriffsplattform für Cyberattacken werden. Wird also statt eines IO-Link Masters mit integrierter Ethernetschnittstelle ein ASi-5 Modul mit integriertem IO-Link Master eingesetzt, können mögliche Sicherheitslücken gar nicht erst entstehen. Wenn also eine Kombination cybersicher ist, dann die von ASi-5 mit IO-Link. ASi-5 spannt hier quasi den Schutzschirm auf, unter dem IO-Link dann ohne Gefahren von außen betrieben werden kann.
Herr Alaaddin, vielen Dank für das Gespräch.
Autor: Thomas Rönitzsch, Bihl+Wiedemann
Text: Bihl+Wiedemann
Bilder: Hauptmotiv vectorwin – stock.adobe.com, sonstige Bihl+Wiedemann






