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Wie kann die Industrie bei der Digitalisierung von UBER lernen?

Wie kann die Industrie bei der Digitalisierung von UBER lernen?

Ein Kommentar von Prof. Dr.-Ing. Markus Haid, Hochschule Darmstadt

Kennen Sie UBER? Das Unternehmen hat keine Taxen verdient, aber mit dem Personentransport Geld! Und während die Branche ihre Taxen lackiert und die Zentralen tapeziert hat, kam es ohne Taxen mit einem intelligenten Businessmodell um die Ecke.

Wie kann die Industrie nun von UBER lernen? Indem sich Unternehmen die Frage stellen, ob sie noch Taxi fahren oder schon UBER sind – bzw. ob sie auf die UBERs ihrer Branche vorbereitet sind und eine digitale Strategie haben?

Unternehmen werden eine benötigen. Eine digitale Strategie, um nicht von ihren Mitbewerbern oder neuen noch unbekannten Akteuren überrascht zu werden. Um ihre Berechtigung am Markt zu haben oder zu behalten. Und vor allem als möglicher Marktführer diese Marktführerschaft zu behalten.

Nach Datei-Transfer, E-Commerce und Social Media bedeutet das Vernetzen von Geräten die nächste Generation des Internets. Dieses sogenannte Internet of Things zählt zu den wichtigsten Innovationstreibern für Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur.

„Intelligente Businessmodelle sind Chance und Herausforderung von Internet of Things und Industrie 4.0“, Prof. Dr. Markus Haid

Es geht dabei allerdings nicht nur um intelligente Fabriken und intelligente Produkte herzustellen, sondern langfristig vor allem um intelligente Businessmodelle. Sie sind sicherlich die entscheidende Komponente einer digitalen Strategie, um auch in Zukunft erfolgreich zu sein. Gerade diese intelligenten Businessmodelle sind Chance und Herausforderung von Internet of Things und Industrie 4.0; auch und gerade für Marktführer.

Schlagwörter wie Digitalisierung, Industrie 4.0 oder Internet der Dinge sind zwar in aller Munde und werden zurzeit besonders gerne von Politikern benutzt. Die wenigsten Unternehmen können sich aber eine konkrete Umsetzung in die betriebliche Praxis vorstellen, insbesondere kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) tun sich hiermit schwer.

Das Competence Center for Applied Sensor Systems (CCASS) der Hochschule Darmstadt begleitet Unternehmen auf ihrem Weg ins Internet der Dinge bis hin zur digitalen Strategie. Mit dem Ansatz „digital steps are minimal steps“ setzen die Darmstädter Wissenschaftler nicht auf eine radikale digitale Transformation um des Digitalisierungswillen, sondern auf einen schnellen Umsetzungserfolg. Mit dem Ansatz „#digital-steps-are-minimal-steps“ gelangen Unternehmen in kleinen überschaubaren Schritten ins Internet der Dinge und zwar mit schnellen überschaubaren Teilumsetzungen mit schnellem RoI.

Dieser Transformationsansatz ist ein Ansatz der kleinen Schritte. Dieser Ansatz zur Umsetzung der Digitalisierung beginnt bei der Betrachtung des Marktes und führt die Digitalisierung in kleinen Schritten ins Unternehmen ein.

Die Umsetzung hin zur Digitalisierung erfolgt in fünf Schritten:

Schritt 1: Kundenbedürfnisermittlung
Eruierung von Kundenbedürfnissen, die nicht bedient werden. Angesetzt wird dort, wo sich der Wettbewerb oder der Markt entscheidet – beim Kunden. Beim Kundenbedürfnis. In einem Innovationsprozess eruiert man beispielsweise gemeinsam mit Kunden neue Bedürfnis des Marktes.

Schritt 2: Businessmodellentwicklung
Entwicklung, Bewertung und Priorisierung entsprechender smarter Businessmodelle in einem methodischen Prozess.

Schritt 3: Umsetzung
Umsetzung des vielversprechendsten Businessmodells. Dabei kann dies durch einen zusätzlichen Sensor in einem Produkt, einer zusätzlichen Schnittstelle oder einer Erweiterung der Benutzerschnittstelle erfolgen. Denkbar wäre auch eine Auswertung von einzelnen Informationen in der Produktion, von Zulieferern oder aus dem Unternehmen. Dies könnte auch eine Information, die bislang dem Kunden verschwiegen wurde. Die Veränderung durch die Umsetzung sollte überschaubar in der zeitlichen Realisierung und im Investitionsvolumen sein.

Schritt 4: Validierung
Validieren der ersten konkreten Umsetzung. Analyse des Markterfolgs und Bewertung des zugehörigen RoI. Dokumentation des ersten konkreten Schritts ins Internet der Dinge.

Schritt 5: Wiederholung
Nach erfolgreicher Umsetzung und eingegangenem RoI werden im nächsten Schritt weitere Kundenbedürfnisse erfüllt bzw. des nächsten Businessmodells. Man beginnt erneut bei Schritt 1.

So werden das Business und der Marktzugang konsequent in kleinen Schritten auf dem Weg ins Internet der Dinge erweitert. Das CCASS in Darmstadt hilft dabei Unternehmen, die Potenziale des Internet of Things richtig auszuschöpfen und passende Geschäftsmodelle gemeinsam mit den Unternehmen zu entwickeln. Das CCASS hat durch sein Innovationsmanagement-, Sensorik-, und LabVIEW-Know-how seine Tätigkeiten im Bereich der anwendungsorientierten Forschung und Entwicklung konsequent auf diese Digitalisierung ausgerichtet und ist kompetenter Ansprechpartner für Unternehmen.

Quelle: Hochschule Darmstadt

Veröffentlicht von

Dirk Schaar

Ich bin seit über 20 Jahren in Automatisierung und Antriebstechnik unterwegs, weil mich die Technik-Themen immer wieder faszinieren und begeistern. Ich möchte meine Entdeckungen, Erlebnisse und Recherchen gerne mit meinen Lesern teilen - informativ, tiefgreifend, spannend, menschlich, lesenswert und charmant.

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