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ZVEI: Elektroindustrie erwartet 3% Produktionsplus

ZVEI: Elektroindustrie erwartet 3% Produktionsplus

„Die deutsche Elektroindustrie zeigt sich stark wie lange nicht. Wir verzeichnen das beste Wachstum seit 2011. Umsatz und Export schlossen 2017 mit Rekorden ab. Auch die Zahl der Beschäftigten ist nochmals deutlich gestiegen“, sagte Dr. Klaus Mittelbach, Vorsitzender der ZVEI-Geschäftsführung, bei der Jahresauftakt-Pressekonferenz des ZVEI – Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie. Der Fachkräftemangel stelle aber eine große Herausforderung dar. Der Staat müsse mehr in die Zukunft und damit in Bildung, Forschung und Infrastruktur investieren.

Die reale – also um Preiseffekte bereinigte – Produktion der Branche hat sich von Januar bis November 2017 um 4,6% gegenüber Vorjahr erhöht. Gleichzeitig stiegen die nominalen Erlöse um 7,3% auf 174,0 Milliarden Euro. Für das gesamte vergangene Jahr läuft es auf gut 190 Milliarden Euro hinaus, also acht Milliarden Euro mehr als im bisherigen Rekordjahr 2007. Dabei hat sich mehr oder weniger das gesamte Spektrum an Fachbereichen gut entwickelt. So legte der Umsatz in der Automation – dem größten Fachzweig – zwischen Januar und November um 7,9% (auf 49,3 Mrd. Euro) zu. Die Erlöse mit elektronischen Bauelementen zogen um 7,6% (auf 20,6 Mrd. Euro) an. Der gesamte Bereich der Gebrauchsgüter wuchs um 4,4% (auf 16,9 Mrd. Euro), die Energietechnik um 7,4% (auf 12,4 Mrd. Euro) und die Medizintechnik um 1,7% (auf 10,7 Mrd. Euro).

ZVEI: Elektroindustrie erwartet 3% Produktionsplus

Exporte: Viertes Rekordjahr in Folge

“Von allen konjunkturellen Größen haben sich auch im vergangenen Jahr die Exporte wieder am vergleichsweise besten entwickelt”, bestätigt Dr. Andreas Gontermann, Chefvolkswirt beim ZVEI. Zwischen Januar und November 2017 sind die aggregierten deutschen Elektroausfuhren (einschließlich der Re-Exporte!) um 10,1% gegenüber Vorjahr auf 183,3 Milliarden Euro geklettert. Im kompletten vergangenen Jahr kamen sie schätzungsweise nahe an die 200-Milliarden-Euro-Marke heran und damit auf das nunmehr vierte Allzeithoch hintereinander. Ganz im Einklang mit dem breit angelegten weltwirtschaftlichen Aufschwung im vergangenen Jahr stand auch das Wachstum unserer Branchenexporte 2017 auf einem sehr breiten Fundament. Die Ausfuhren in die Industrieländer stiegen von Januar bis November um 8,6% auf 119,4 Milliarden Euro und die in die Schwellenländer um 13,0% auf 63,9 Milliarden Euro. Etwa zwei Drittel ihrer Exporte hat die deutsche Elektroindustrie zwischen Januar und November nach wie vor in Europa abgesetzt, rund die Hälfte davon im Euroraum. Insgesamt konnten die Elektroausfuhren nach Europa hier um 10,3% auf 117,8 Milliarden Euro zulegen. Im Geschäft mit der Eurozone gab es dabei ein Plus von 9,8% auf 57,9 Milliarden Euro und mit dem Rest Europas von 10,8% auf 59,9 Milliarden Euro.

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“Die meisten Exporte gingen 2017 nach China, gefolgt von den USA und Frankreich”, weiß Dr. Andreas Gontermann. Die Branchenausfuhren nach China stiegen zwischen Januar und November des vergangenen Jahres um 18,1 Prozent gegenüber Vorjahr auf 17,4 Milliarden Euro. Die Exporte in die USA erhöhten sich im gleichen Zeitraum um 6,9 Prozent auf 15,8 Milliarden Euro – obgleich der Euro gegenüber dem Dollar im letzten Jahr um 15 Prozent aufgewertet hat. Frankreich fragte mit 11,5 Milliarden Euro insgesamt 8,1 Prozent mehr elektrotechnische und elektronische Produkte und Systeme aus Deutschland nach.

In der jüngsten eigenen Konjunkturumfrage des ZVEI von November 2017 haben knapp drei Viertel der antwortenden Unternehmen angegeben, dass sie für 2018 ein Umsatzwachstum von mehr als 2% erwarten. “Wir erwarten ein preisbereinigtes Produktionswachstum von 3% und einen Anstieg der nominalen Erlöse auf 196 Milliarden Euro”, berichtet Dr. Andreas Gontermann.

Fachkräftemangel ist größte Herausforderung

Die Beschäftigung in der heimischen Elektroindustrie hat sich im vergangenen Jahr nochmals um 21.500 auf 868.000 erhöht. “Dies ist der höchste Stand seit 16 Jahren”, freut sich Dr. Klaus Mittelbach. Und im Gegensatz zu den vorherigen Jahren ist 2017 auch die (Arbeits-)Produktivität wieder gestiegen – nämlich um 3%.

190.000 Ingenieure plus weitere 570.000 Fachkräfte, davon rund 50.000 Software-Entwickler arbeiten in der Elektroindustrie. “Solche Qualifikationen sind stark nachgefragt und auf dem Arbeitsmarkt kaum noch zu finden. Unsere Unternehmen spiegeln uns, dass es immer länger dauert, bis eine Stelle besetzt werden kann. Vier von fünf Mitgliedsunternehmen sagen, dass sie z.B. Schwierigkeiten haben, Software-Entwickler auf dem Arbeitsmarkt anzuwerben. Bei manchen Stellenprofilen herrscht Vollbeschäftigung. So erfreulich das ist, der Fachkräftemangel wird mehr und mehr ein Wachstumslimitierender Faktor”, erklärt Dr. Klaus Mittelbach und ist überzeugt: “Der Fachkräftemangel wird uns noch über viele Jahre begleiten. Dagegen zu steuern, ist eine immer wichtiger werdende, gemeinsame Aufgabe für Wirtschaft und Politik: Für die Unternehmen, indem sie ihre Belegschaften weiterqualifizieren, für die Politik, indem sie dafür sorgt, dass der Erwerb von digitaler Kompetenz zum festen Bestandteil des Bildungskanons wird. Dazu gehört in besonderer Weise, dass Lehrer auf diesem Feld besser aus- und fortgebildet werden.”

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Chancen des Klimaschutzes für Deutschland ergreifen

„Ziel in Deutschland muss sein, die Innovationsführerschaft im Bereich der Klimaschutztechnologien auszubauen“, so Dr. Mittelbach. Für die 19. Legislaturperiode bedeute das, jetzt die Digitalisierung und den Umbau des Energiesystems zusammenzuführen. Dass das politisch formulierte Klimaschutzziel, die CO2-Emissionen bis 2050 um mindestens 80% gegenüber 1990 zu reduzieren, technologisch und volkswirtschaftlich erreichbar sei, bestätige auch die kürzlich veröffentlichte BDI-Studie „Klimapfade für Deutschland“. Die Studie zeige große Chancen für die deutsche Industrie und Deutschland insgesamt, die wir konsequenter als bisher nutzen müssen.

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„Wenn wir im eigenen Land zeigen, wie durch die erneuerbaren Energien, Digitalisierung und Energieeffizienz ein leistungsstarkes Energiesystem entsteht, können wir mit unseren Technologien auch Exporterfolge erzielen und den Wirtschaftsstandort Deutschland stärken“, so Dr. Mittelbach weiter. Die Bundesregierung müsse jetzt für Schlüsseltechnologien ein starkes innovationsfreundliches Umfeld schaffen.

Quelle: ZVEI

Foto: Dirk Schaar

Veröffentlicht von

Dirk Schaar

Ich bin seit über 20 Jahren in Automatisierung und Antriebstechnik unterwegs, weil mich die Technik-Themen immer wieder faszinieren und begeistern. Ich möchte meine Entdeckungen, Erlebnisse und Recherchen gerne mit meinen Lesern teilen - informativ, tiefgreifend, spannend, menschlich, lesenswert und charmant.

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