Die Digitalisierung treibt die IT-Ausgaben im Maschinen- und Anlagenbau weiter nach oben. Wie der VDMA IT-Kosten Benchmark 2025 zeigt, sind die IT-Gesamtkosten seit 2017 jährlich durchschnittlich fünf Prozent stärker gestiegen als die Umsätze der Unternehmen. Die IT-Kostenquote erreichte 2024 damit 2,6 Prozent. Gleichzeitig fiel das durchschnittliche Jahresgehalt interner IT-Mitarbeitender um rund zehn Prozent auf 68.640 Euro – nach Einschätzung des Branchenverbands ein möglicher Hinweis auf die zunehmende Verlagerung von IT-Tätigkeiten in Niedriglohnländer.
Für die Studie haben 169 Maschinen -und Anlagenbauer detaillierte Daten geliefert. Sie gibt umfassende Einblicke in die aktuellen IT-Investitionen und -Strukturen der Unternehmen und zeigt die wichtigsten Trends in der digitalen Transformation. Dr. Erwin Schuster, CIO von MAPAL und Sprecher des VDMA Fachkreis Informatik, erläutert: „Der Benchmark zeigt ein Dilemma auf: Einerseits steigen die IT-Kosten im Maschinen- und Anlagenbau rapide an – von 1,81 Prozent des Umsatzes im Jahr 2017 auf 2,6 Prozent im Jahr 2024. Andererseits stehen die IT-Abteilungen in den Unternehmen unter enormem Druck, selbst Kosten zu reduzieren und effizienter zu wirtschaften. Diese Herausforderung erfordert eine präzise Balance zwischen notwendigen Investitionen in die digitale Zukunftsfähigkeit und konsequenter Kostenkontrolle.“
Nur 30 Prozent der IT-Budgets fließen in Innovationsprojekte.
Zentrale Ergebnisse des VDMA IT-Kosten-Benchmarks 2025 sind:
- Mobiles Arbeiten setzt sich durch: 57 Prozent aller Arbeitsplätze sind mittlerweile mobil ausgestattet.
- Der Fachkräftemangel verschärft sich: Ein IT-Mitarbeiter betreut inzwischen durchschnittlich 53 Anwender, in kleinen Unternehmen sind es im Durchschnitt sogar 72 Anwender
- Die IT-Kosten verteilen sich auf 58 Prozent für Sachkosten und 42 Prozent für Personalkosten.
- Komplexe IT-Landschaft: 590 Softwareapplikationen sind pro Unternehmen durchschnittlich im Einsatz.
- Innovationspotenzial gebremst: 70 Prozent der IT-Budgets fließen in den operativen Betrieb. Nur 30 Prozent der IT-Budgets werden für Innovationsprojekte aufgewendet.
Laut Benchmark zählen zu den Top-Investitionsschwerpunkten für 2025 die Modernisierung von Geschäftsanwendungen, IT-Sicherheit sowie digitale Vertriebskanäle. Die Adaption von KI zur Automatisierung rangiert derzeit noch weiter hinten. „Die Ergebnisse zeigen deutlich: Maschinenbauunternehmen müssen ihre IT-Strategien neu ausrichten, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Insbesondere bei Zukunftstechnologien wie KI besteht noch erhebliches Potenzial“, meint Matthias Scharpe, Experte für Digitalisierung beim VDMA.
„Bei Zukunftstechnologien wie KI besteht noch erhebliches Potenzial.“ (Matthias Scharpe)
Der Benchmark zeigt auch, dass regulatorische Anforderungen wie NIS2 und der Cyber Resilience Act (CRA) zunehmend Ressourcen binden. Rund 66 Prozent der Unternehmen verfügen über eine Cyberversicherung, wobei 90 Prozent planen, diese beizubehalten.
Der VDMA IT-Kosten Benchmark 2025 basiert auf einer detaillierten Befragung von 169 Maschinenbauunternehmen aller Größenordnungen. Er liefert fundierte Vergleichswerte zu IT-Kosten, -Strukturen und -Strategien und dient als wichtiges Steuerungsinstrument und Argumentationshilfe für IT-Verantwortliche in der Branche.
Quelle: VDMA, Bild: everythingpossible – stock.adobe.com






