Klaus Conrad, der ehemalige Geschäftsführer von Conrad Electronic, feierte am 27. Februar seinen 90. Geburtstag. Der Unternehmer prägte über Jahrzehnte die Entwicklung des Elektronik-Versandhändlers und engagiert sich bis heute für soziale Projekte in der Region und weltweit.
Klaus Conrad trat 1954 im Alter von 18 Jahren nach einer Banklehre in das Familienunternehmen ein, das sein Vater Werner Conrad in der Oberpfalz aufgebaut hatte. Bereits in den 60er-Jahren entwickelte er unter dem Namen TeKa ein Netz von 18 „Technischen Kaufhäusern“ in der Region. 1976 übernahm er im Alter von 40 Jahren die Leitung von Conrad Electronic, das zu diesem Zeitpunkt bereits 240 Mitarbeiter beschäftigte.
Frühe Automatisierung und internationale Expansion
Als EDV-Pionier trieb Conrad die Automatisierung des Versandhandels voran. 1977 ersetzte eine moderne EDV-Anlage die händische Adressverwaltung mit Karteikarten. Dadurch stieg die tägliche Paketanzahl von 150 auf 1.000 Sendungen. Die Logistik wurde kontinuierlich ausgebaut, beginnend mit dem ersten Versandbau 1976 in Hirschau.
Conrad erkannte früh die Chancen der internationalen Expansion. 1986 wagte er den Schritt in die Niederlande, 1988 etablierte er mit CEI Hongkong eine Einkaufsgesellschaft in Fernost. In der Hochphase betrieb Conrad Electronic 30 Filialen in Europa. Heute ist das Unternehmen in 17 europäischen Ländern vertreten.
Engagement für die Region und Auszeichnungen
Neben dem geschäftlichen Erfolg engagierte sich Conrad stets für die Region. Er baute den Golfplatz Schwanhof, der 1995 zum „Golfplatz des Jahres“ gewählt wurde, sowie Sportanlagen für seine Mitarbeiter und eine Tagesstätte für deren Kinder. 1992 übernahm und sanierte er die Burg Wernberg, die später als Hotel mit zwei Michelin-Sternen zu den besten Gastronomiebetrieben Deutschlands zählte.
2001 gründete Klaus Conrad gemeinsam mit seiner Frau Gertrud die „Klaus und Gertrud Conrad-Stiftung“. Die Stiftung unterstützt weltweit Organisationen wie Ärzte ohne Grenzen, die Deutsche Welthungerhilfe und Unicef. Regional förderte sie den Aufbau von Pflegeeinrichtungen, Kindergärten und die Amberger Tafel. Zusätzlich gründete Conrad 1985 die Conrad Sportförderung für den Leistungs- und Breitensport in der Region.
Für sein unternehmerisches und gesellschaftliches Engagement erhielt Klaus Conrad zahlreiche Auszeichnungen. Dazu gehören das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse (1988), der Bayerische Verdienstorden (1996) und die Ehrenbürgerschaft der Stadt Hirschau (1995).
Conrad Electronic heute
Conrad Electronic beschäftigt heute 2.300 Mitarbeiter in der Unternehmensgruppe und bietet zehn Millionen Produktangebote für Geschäfts- und Privatkunden. Das Familienunternehmen fungiert als Sourcing Platform für die technische Beschaffung und vereinfacht mit maßgeschneiderten E-Procurement-Lösungen komplexe Beschaffungsprozesse.
Quelle: Conrad Electronic






