Die Wissenschaftliche Gesellschaft für Produktionstechnik zeichnet erstmals Fachschaftskonzepte aus, die Schüler für Ingenieurwissenschaften begeistern sollen. Zwei Teams aus Karlsruhe und Ostwestfalen-Lippe erhalten je 5.000 Euro Preisgeld.
Die WGP hat auf ihrer Herbsttagung in Friedberg die Gewinner des NextGen Engineering Trophy Award gekürt. Der Wettbewerb richtete sich an Fachschaften deutscher Universitäten mit dem Ziel, Konzepte zu entwickeln, die Schüler für den Maschinenbau und andere Ingenieurwissenschaften begeistern. Aus allen Einsendungen wählte die Jury fünf Konzepte aus, deren Vertreter ihre Ideen in siebenminütigen Präsentationen vorstellten.
Prof. Michael Zäh, Präsident der WGP, betont die Bedeutung des studentischen Ansatzes: „Den Wettbewerb haben wir sehr bewusst an Studierende gerichtet, denn sie sind der Lebenswelt der Schulabgänger noch sehr nah. Sie sprechen die Jugendlichen auf Augenhöhe an.“ Der Nachwuchsmangel in den Ingenieurwissenschaften sei bereits seit Jahren ein Problem, da die Zahl der Studienanfänger über fünf Jahre hinweg kontinuierlich zurückgegangen sei.

Übergabe des NextGen Engineering Trophy Award an das Team des Karlsruher Instituts für Technologie ( v.l.n.r. Prof. Michael Zäh, Emilio Ruiz Quincke, Lorenz Neumann, Prof.in Kirsten Bobzin, Prof. Thomas Bergs)
Influencer-Konzept aus Karlsruhe überzeugt
Das erste Siegerteam stammt von der Fachschaft Maschinenbau/Chemieingenieurwesen des Karlsruher Instituts für Technologie. Lorenz Neumann und Emilio Ruiz Quincke präsentierten das Projekt „Influencer-Erstis“, das Social-Media-Kanäle nutzt, um Jugendliche zu erreichen. Motivierte Studierende mit Social-Media-Affinität sollen als Corporate Influencer kurze Videos zur Bewerbung ihres Studiengangs entwickeln.
Die ausgewählten Studierenden erhalten die notwendige Ausrüstung und Zugang zu Events, Instituten oder Forschungseinrichtungen. Ihre Beiträge sollen den Studienalltag authentisch wiedergeben und das Studienfach niederschwellig vorstellen. Das Gewinnerteam betreut die Influencer in wöchentlichen Treffen und Statusabfragen. Die Anwerbung potenzieller Influencer-Erstis soll im Juli 2026 beginnen.

Übergabe des NextGen Engineering Trophy Award an das Team der TH Ostwestfalen-Lippe (v.l.n.r. Prof. Michael Zäh, Jonas Schweizer, Michael Ket-ler, Prof.in Kirsten Bobzin, Prof. Thomas Bergs)
RoboRangeln bringt Technik in die Schulen
Das zweite prämierte Konzept stammt von Michael Ketler und Jonas Schweizer der Fachschaft Maschinenbau/Mechatronik der TH Ostwestfalen-Lippe. Sie stellten das Projekt „RoboRangeln“ vor, das bereits 2023 von Studierenden initiiert wurde. Teilnehmende entwickeln eigene Roboter und treten in Gruppen gegeneinander an. Diese Fight Nights finden jährlich statt und werden auf der Streamingplattform Twitch live übertragen.
Das Konzept soll nun auf Schüler der Sekundarstufe II ausgeweitet werden. Mittels Crash-Kursen und Workshops können Jugendliche vorgefertigte Roboter-Bausätze zusammensetzen und werden dabei von Studierenden begleitet. Als Preise für die Siegerteams winken Laborführungen an Universitäten und die Möglichkeit, Hochschulen live zu erleben.
Nachhaltigkeit und Weiterentwicklung
Beide Siegerteams wollen das Preisgeld von je 5.000 Euro in die Weiterentwicklung ihrer Konzepte investieren. Das Karlsruher Team plant, alle notwendigen Unterlagen im Open-Source-Sinne für andere Hochschulen verfügbar zu machen. Die Ostwestfalen wollen das RoboRangeln auf andere Hochschulen ausweiten und die Kursinhalte an verschiedene Altersgruppen anpassen.
Auf der kommenden WGP-Frühjahrstagung Anfang Mai werden beide Siegergruppen über die Fortschritte in ihren Projekten berichten. Die Preisverleihung fand im Rahmen des festlichen Abendessens in den Räumen der ABB AG in Friedberg statt.
Text-/Bildquelle: Wissenschaftliche Gesellschaft für Produktionstechnik – WGP / Tobias Kaufmann, RWTH Aachen






