Die Kendrion Sicherheitsarchitektur für Robotik kombiniert eine SIL3/PLe-zertifizierte Safety PLC und eine Robotik-Bibliothek für kinematische Sicherheitsfunktionen. Interessant ist die offene Lösung für Hersteller von Robotern, Systemintegratoren und Anwender, die vor der Herausforderung stehen, die aktualisierten Anforderungen der ISO 10218:2025 in zukünftigen Robotikprojekten zu berücksichtigen.
Die Safety PLC übernimmt die kinematische Sicherheitsüberwachung der gesamten Roboterbewegung und verarbeitet in Echtzeit sicherheitsrelevante Daten aller eingebundenen Achsen und Antriebe. Die Lösung überwacht die Position und Geschwindigkeit von Industrierobotern und Cobots sowie Kräfte, Drehmomente und individuell konfigurierbare Sicherheitszonen. Kinematische Sicherheitsfunktionen werden dabei mit einer minimalen Zykluszeit von 2 ms verarbeitet. In Verbindung mit geeigneten FSoE-Antrieben (Fail Safe over EtherCAT) lassen sich Sicherheitsfunktionen wie STO und SS1 sowie applikationsspezifische Geschwindigkeits- und Zonenüberwachungen umsetzen.
ISO 10218:2025
Unterstützt zwei bis neun lineare oder rotierende Achsen
Das Unternehmen bietet seine Sicherheitsarchitektur in den Ausführungen „Motion“, „Force“ und „Zone“ an. Die Motion-Variante umfasst die Überwachung von Position und Geschwindigkeit für klassische Industrieroboter-Anwendungen. Die Force-Ausführung erweitert den Funktionsumfang um eine modellbasierte und optional sensorbasierte Überwachung von Kraft und Drehmoment und eignet sich insbesondere für Mensch-Roboter-Kollaborationen. Mit der Zone-Variante lassen sich darüber hinaus bis zu 20 Sicherheitszonen überwachen. Dadurch können Arbeitsbereiche flexibel abgesichert und moderne MRK-Anwendungen effizient umgesetzt werden. Die Architektur unterstützt serielle Roboterstrukturen mit zwei bis neun linearen oder rotierenden Achsen.
Roboterhersteller können eigene Funktionen und Kinematiken einbinden
Der EtherCAT-Master kommuniziert über die Safety PLC direkt mit sicheren FSoE-Servo-Antrieben und ermöglicht eine durchgängige Safety-Kommunikation für Robotersysteme mit bis zu neun Achsen. Die Sicherheitsarchitektur des Herstellers lässt sich in bestehende EtherCAT-basierte Robotikanwendungen integrieren und ist mit gängigen FSoE-Antrieben kompatibel. Eine Bindung an proprietäre Roboter-Controller ist nicht erforderlich. Roboterhersteller können eigene Funktionen und Kinematiken einbinden sowie zusätzliche I/O-Systeme integrieren. Dadurch lassen sich beispielsweise Laserscanner, Encoder und weitere sicherheitsrelevante Sensoren unkompliziert in die Sicherheitsarchitektur einbinden. Die offene Systemarchitektur schafft eine hohe Flexibilität für zukünftige Robotik-Plattformen und unterstützt die Umsetzung neuer Sicherheitsanforderungen.
Quelle: Kendrion






