„Industrielle Datenräume als Basis für Wettbewerbsfähigkeit im Maschinen- und Anlagenbau“ ist der Titel eines neuen Leitfadens, den das Forum Manufacturing-X im VDMA erarbeitet hat. Die knapp 60-seitige Publikation richtet sich primär an kleine und mittelständische Unternehmen.
Welche Rolle Datenräume im Maschinen- und Anlagenbau zukommt, beschreibt der Leitfaden vor dem Hintergrund von europäischen Regelwerken, skalierbaren datenbasierten Geschäftsmodellen sowie Industrial AI. Die strategische Bedeutung industrieller Datenräume für die europäische Industrie wird nach Einschätzung des VDMA angesichts des internationalen Wettbewerbsdrucks und der Entwicklungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz immer größer. „Der Leitfaden gibt allen Unternehmen einen umfangreichen Überblick zum Thema Datenräume und hilft ihnen, sich mit dem Thema fundiert auseinanderzusetzen“, sagt Dr.-Ing. Marc Hüske, Leiter des Forum Manufacturing-X im VDMA. Unterschiedlichste Aspekte, ob wirtschaftlicher, technischer oder rechtlicher Natur, würden darin beleuchtet. Der Branchenverband stellt die Publikation unter folgendem Link als PDF zum Download bereit:
https://www.vdma.eu/documents/34570/76845115/ForumManufacturingX_Leitfaden.pdf
Im Kern stellt ein Datenraum die Basisinfrastruktur für das sichere, souveräne und interoperable Teilen von Daten über Unternehmensgrenzen hinweg dar. Während bei großen Plattformen die wertvollen Daten aus der Hand gegeben werden, verbleiben diese im Rahmen von Datenräumen beim Unternehmen, das über Nutzungsrechte für andere entscheidet.
Datenräume ermöglichen Industrial AI
Der betriebswirtschaftliche Nutzen von Datenräumen entsteht nicht durch den Datenaustausch an sich, sondern durch datenbasierte Produkte und Services. Jenseits des Vertriebs von physischen Produkten gewinnen sie im Maschinenbau zunehmend an Bedeutung. Dabei geht es unter anderem um Predictive Maintenance und Remote Support, aber ebenso um digitale Zwillinge und datenbasiertes Lifecycle-Management. Durch die Bündelung dieser Funktionen lassen sich skalierbare Geschäftsmodelle entwickeln, wie etwa Subskriptions- oder servicebasierte Erlösmodelle.
Datenräume sind infrastrukturelle Investitionen in die Zukunft industrieller Wertschöpfung
Für Industrial AI werden große Datenmengen benötigt, die qualitativ hochwertig, standardisiert und rechtssicher nutzbar sind. Industrial AI entfaltet sein Potenzial, wenn die strukturellen Voraussetzungen gegeben sind, Daten auch über Unternehmensgrenzen hinaus interoperabel zu teilen oder zu nutzen. Datenräume sind als infrastrukturelle Investitionen in die Zukunft industrieller Wertschöpfung zu verstehen. „Wir raten dazu, sich aktiv mit dem Thema zu beschäftigen, es mitzugestalten und Partnernetzwerke aufzubauen sowie sich strategisch im Datenökosystem zu positionieren“, sagt Hüske.
Quelle: VDMA, Bild: sdecoret – stock.adobe.com






