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Druckluft im Effizienzfokus

Mit dem 4-bar-Ansatz zu deutlichen Einsparpotenzialen

27.05.2026
von Redaktion INDUSTRIELLE AUTOMATION

Steigende Energiekosten rücken die Effizienz industrieller Druckluftsysteme stärker in den Fokus. Denn viele Produktionsanlagen arbeiten weiterhin mit überdimensionierten Druckniveaus. Mit dem Konzept der „4-Bar factory“ verfolgt SMC einen systemischen Ansatz, der nicht bei einzelnen Komponenten ansetzt, sondern bei der gesamten Infrastruktur der Druckluftversorgung. 

Nicht  nur steigende Energiekosten, sondern auch verschärfte Klimaziele rücken die Effizienz industrieller Druckluftsysteme stärker in den Fokus. Nach Einschätzung von SMC arbeiten viele Produktionsanlagen noch heute mit überdimensionierten Druckniveaus – mit direkten Auswirkungen auf Energieverbrauch und CO₂-Emissionen.

Druckluft im Effizienzfokus

Druckluft verursacht einen erheblichen Anteil am industriellen Energiebedarf – Schätzungen zufolge rund 10 % des gesamten Stromverbrauchs in der Industrie.* Durch die Reduktion des Betriebsdrucks von typischen 6–7 bar auf etwa 4 bar lassen sich in vielen Anwendungen Einsparungen von bis zu 30 % realisieren, ohne die Leistungsfähigkeit der Anlagen zu beeinträchtigen. „In vielen Fabriken wird heute mit mehr Druck gearbeitet, als technisch notwendig wäre“, sagt Stephan Fillinger, Product Manager bei SMC. „Das ist historisch gewachsen – aber unter den aktuellen Energie- und CO₂-Rahmenbedingungen nicht mehr effizient.“

Durch die Reduktion des Betriebsdrucks von typischen 6–7 bar auf etwa 4 bar lassen sich in vielen Anwendungen Einsparungen von bis zu 30 % realisieren, ohne die Leistungsfähigkeit der Anlagen zu beeinträchtigen.

Bedarf an Systemlösungen wächst

Auf der interpack 2026 zeigte sich laut SMC, dass das Thema in der Branche zunehmend an Bedeutung gewinnt. Während Energieeffizienz und Nachhaltigkeit breit diskutiert werden, fehlt häufig noch eine systematische Anpassung der Druckluftversorgung. Viele Anlagen sind weiterhin auf ein einheitliches Druckniveau ausgelegt, obwohl einzelne Anwendungen deutlich geringere Anforderungen haben. Mit dem Konzept der „4-Bar factory“ verfolgt SMC einen systemischen Ansatz, der nicht bei einzelnen Komponenten ansetzt, sondern bei der gesamten Infrastruktur der Druckluftversorgung. Ziel ist es, das Druckniveau konsequent am tatsächlichen Bedarf auszurichten und so Energieverbrauch, Leckageverluste und Betriebskosten zu reduzieren. SMC setzt diesen Ansatz bereits in eigenen Produktionsstätten um und unterstützt Industrieunternehmen weltweit bei der Analyse und Optimierung ihrer Systeme.

Praxis & Umsetzbarkeit der „4-Bar factory“

Nach Unternehmensangaben lassen sich viele Anwendungen bereits heute auf niedrigere Druckniveaus umstellen – oft ohne Eingriffe in bestehende Maschinen. Entscheidend sei eine differenzierte Betrachtung einzelner Prozesse sowie der gezielte Einsatz von Komponenten und Systemlösungen, die auch bei geringeren Drücken zuverlässig arbeiten. Im Rahmen der interpack gab SMC zudem Einblick in aktuelle Entwicklungsansätze im unternehmenseigenen Digital & Innovation Hub. Dort werden unter anderem Prototypen und Systemkonzepte vorgestellt, die auf eine weitergehende Reduktion von Energieverbrauch und eine stärkere Vernetzung von Produktionssystemen abzielen.

„Die eigentliche Transformation findet nicht an der einzelnen Maschine statt, sondern in der Art, wie Energie in der Produktion bereitgestellt und genutzt wird“, so Christian Reibstein Product Manager bei SMC. „Druckluft wird sich von einer gegebenen Größe zu einem aktiv gestaltbaren Effizienzhebel entwickeln.“

*Quelle: Fraunhofer, 2001: Compressed air systems in the European Union. Energy, emissions, savings potential and policy actions

Text-/Bildquelle: SMC

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